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Aktuelles

Information zum Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG)

Ende September des Jahres 2012 hat der Gesetzgeber das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) beschlossen. Danach haben Pflegebedürftige ab 1.1.2013 die Möglichkeit, Leistungen der Pflegeversicherung wahlweise entweder wie bisher in Form verrichtungsbezogener Leistungskomplexe (z.B. Ganzkörperwäsche, Lagern-/Mobilisieren) in Anspruch zu nehmen oder nunmehr auch Pflege nach einem von Ihnen zu bestimmenden Zeitumfang, z.B. stundenweise zu erhalten. Die Abrechnung der gewählten Leistungen erfolgt dann nach der tatsächlichen zeitlichen Inanspruchnahme der Pflege- und/oder Betreuungsleistungen.

Voraussetzung für eine Pflege nach Zeit ist jedoch, dass ein individueller Stundenverrechnungssatz zwischen dem Pflegedienst und den Pflegekassen vereinbart wird.

Die Verhandlungspartner, d.h. die Verbände der Pflegekassen und der Pflegedienste, konnten sich aufgrund der schwierigen Sach- und Rechtslage sowie des immensen Zeitdrucks zur Umsetzung des Gesetzes auf Landesebene bisher nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen. Gleichwohl sind die Verhandlungen noch nicht gescheitert. Bis zum Zeitpunkt einer Einigung wird sich für Sie als Kunden erst einmal nichts ändern. Sie können weiterhin wie gewohnt unser Angebot der Leistungskomplexe annehmen. Dennoch möchten wir Sie bereits schon jetzt darüber informieren, dass wir Ihnen in absehbarer Zeit neben dem Ihnen bereits bekannten Leistungskomplexsystem auch eine Pflege nach Zeit für Ihre Pflegesachleistungen anbieten können.

In diesen Fällen erhalten Sie von uns dann einen Kostenvoranschlag, sowohl für eine Abrechnung nach Leistungskomplexen, als auch für eine Abrechnung nach tatsächlicher Inanspruchnahme von Leistungen, damit Sie eine Auswahl treffen können. Die ausgewählte Abrechnungsart können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft ändern. Wir werden Sie hier über alternative Wahlmöglichkeiten beraten.

Erhöhung der Sachleistungen für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz sowie erhöhtem häuslichen Betreuungsbedarf

Auf Landesebene konnte ein gemeinsamer Grundstein für die neue Sachleistung „häusliche Betreuung“ (LK 11) gelegt werden. Betreuungsleistungen können daher neben den gewohnten Leistungen im Rahmen von § 45b SGB XI (niederschwellige Betreuungsangebote) auch als Sachleistung im Rahmen des Leistungskomplexsystems angeboten werden. Hierüber beraten wir Sie gern.

Sind Sie bereits berechtigt, Leistungen der niederschwelligen Betreuungsangebote nach §§ 45a, 45b SGB XI zu erhalten, werden Sie ab dem 1.1.2013 zusätzliche Sachleistungen beanspruchen können, d.h. Pflegebedürftige und Versicherte mit eingeschränkter Alltagskompetenz haben ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, den erhöhten Sachleistungsbetrag auch zu Gunsten der Grundpflege (z.B. Körperpflege) oder der hauswirtschaftlichen Versorgung einzusetzen. Jedoch stehen diese zusätzlichen Sachleistungen nur Pflegebedürftigen in den Stufen 0, 1 und 2 zur Verfügung. Diesbezüglich werden Sie in den nächsten Wochen bzw. wurden Sie bereits von Ihrer jeweiligen Pflegekasse informiert. Wir bitten Sie deshalb, uns umgehend zu informieren, sofern Sie nach Mitteilung der Pflegekasse zum berechtigten Personenkreis für Leistungen nach den §§ 45a, 45b SGB XI gehören.

Übersicht: Neue Leistungsbeträge ab 1.1.2013

Pflegestufe Bisherige Sachleistungen Neue Sachleistungen Bisherige Betreuungsleistungen
0 0 € 225 € Grundbetrag 100 €
1 450 € 665 €
2 1.100 € 1.250 € Erhöhter Betrag 200 €
3 1.550 € ---