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Wissenswertes

Was leistet die Pflegekasse?

  • Sachleistung: Die Pflege wird durch einen Pflegedienst durchgeführt.
  • Pflegegeld: Die Pflege wird von einem Angehörigen durchgeführt.
  • Kombination: Die Pflege wird von einem Pflegedienst für einen festgelegten, monatlichen Betrag durchgeführt.

Bei der Einstufung werden vier Kategorien betrachtet: Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung. Je nach Bedarf des jeweiligen Patienten wird dann in Pflegestufen eingeteilt; diese unterscheiden sich wie folgt:

Pflegestufe 1

Personen, die bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung Unterstützung benötigen. Die Grundpflege muss dabei wöchentlich einen Tagesdurchschnitt von 45 Minuten betragen. Die Pflegekasse trägt Leistungen des Pflegedienstes bis zu 450 Euro. Das Pflegegeld hingegen beträgt maximal 235 Euro. Wenn Angehörige den Pflegedienst unterstützen, bezahlt die Pflegekasse eine Kombination aus Pflegegeld und Sachleistung.

Pflegestufe 2

Personen, die mehrmals täglich Hilfe bei der Grundpflege und mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung in Anspruch nehmen müssen. Dabei muss der Tagesdurchschnitt der Grundpflege bei zwei Stunden liegen, insgesamt müssen drei Stunden aufgebracht werden. Die Pflegekasse zahlt in dieser Stufe monatlich 1.100 Euro, das Pflegegeld liegt maximal bei 440 Euro. Auch hier ist eine Kombination aus Pflegedienst und Sachleistung möglich.

Pflegestufe 3

Personen, die bei der Grundpflege rund um die Uhr Hilfe benötigen und auch bei der hauswirtschaftlichen Versorgung mehrmals in der Woche auf Unterstützung angewiesen sind. Insgesamt muss der wöchentliche Tagesdurchschnitt hier bei fünf Stunden liegen, wobei vier Stunden davon auf die Grundpflege entfallen müssen.

Die Pflegekasse finanziert hier einen Betrag von monatlich bis zu 1.550 Euro für den Pflegedienst. Das Pflegegeld liegt bei maximal 700 Euro monatlich. Auch hier ist eine Kombination aus Pflegedienst und Sachleistung möglich.

Diese Summen klingen viel, sind jedoch nicht immer kostendeckend.

Was bedeutet Pflegegeld?

Pflegebedürftige, die ihre Pflege in geeigneter Form selbst sicherstellen (z.B. durch Angehörige oder Nachbarn, Freunde), können sich alternativ zur Pflegesachleistung für die monatliche Zahlung eines Pflegegeldes entscheiden.

Im Rahmen dieser Leistung sieht der Gesetzgeber vor, in regelmäßigen Abständen einen Pflegeeinsatz durch einen Vertragspartner der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen.

Als Beitrag zur Qualitätssicherung der häuslichen Pflege sollen damit durch Beratung und Hilfestellung auf eine Entlastung der Pflegeperson hingewirkt und mögliche Pflegefehler rechtzeitig erkannt werden. Die Kosten für diese Maßnahme übernimmt die Pflegekasse.

Wer bekommt das Pflegegeld?

Das Pflegegeld wird nicht direkt an die Pflegeperson gezahlt, sondern an die Pflegebedürftige oder den Pflegebedürftigen. Sie oder er kann das Geld als finanzielle Anerkennung an pflegende Angehörige weitergeben. Das Pflegegeld und die Häufigkeit der abzurufenden Pflegeeinsätze sind entsprechend dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt:

  • Stufe 1 – 235,00 Euro
  • Stufe 2 – 440,00 Euro
  • Stufe 3 – 700,00 Euro

Was sind Sachleistungen?

Die Pflegesachleistung erhalten Pflegebedürftige, die im eigenen Haushalt oder im Haushalt, in den sie aufgenommen worden sind, gepflegt werden. Sie wird erbracht von zugelassenen Pflegediensten, die Vertragspartner der Pflegekasse sind und umfasst Hilfestellung in den Bereichen Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftliche Versorgung.

Auf diese Weise wird es vielen Versicherten ermöglicht, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Ein zugelassener Pflegedienst kann der Pflegekasse monatlich maximal folgende Beträge in Rechnung stellen:

  • Stufe 1 – 450,00 Euro
  • Stufe 2 – 1.100,00 Euro
  • Stufe 3 – 1.550,00 Euro

Wenn in besonders gelagerten Einzelfällen ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vorliegt, der das Maß der Pflegestufe III weit übersteigt, kann der Leistungsanspruch bis auf 1.918,00 EUR monatlich ausgedehnt werden.

Was bedeutet Kombination?

Falls der monatliche Höchstbetrag für die Pflegesachleistung nicht ausgeschöpft wird, können die Pflegekassen gegebenenfalls ein anteiliges Pflegegeld gewähren. Voraussetzung hierfür ist, dass außer den Mitarbeitern des Pflegedienstes noch eine weitere Pflegeperson vorhanden ist (z.B. ein Angehöriger oder ein Nachbar), der den restlichen Hilfebedarf abdeckt.

Beispiel

Ein Versicherter in Pflegestufe II hat Anspruch auf Pflegesachleistungen im Wert von 1.100,00 EUR oder auf ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 450,00 EUR. In einem Monat werden Leistungen eines Pflegedienstes im Wert von 495,00 EUR (= 45% von 1.100,00 EUR) beansprucht.

Für die selbst sichergestellte Pflege können die Pflegekassen nun ein anteiliges Pflegegeld in Höhe von 247,50 EUR (= 55% von 450,00 EUR) zur Verfügung stellen.

Wenn Sie von einem Pflegedienst betreut werden, so sorgen Sie dafür, dass Sie Kombinationsleistung erhalten. Auch wenn es oft nur ein paar Euro sind, es sollte doch nichts verschenkt werden, oder?

§ 37 Abs. 3 SGB XI (Wenn Sie Pflegegeld von Ihrer Pflegekasse erhalten)

Jeder Pflegedienst, der einen Vertrag mit den Pflegekassen abgeschlossen hat, führt auch die gesetzlich geforderte Pflegeberatung durch. Wenn Sie ausschließlich Geldleistungen beantragt haben, sind Sie verpflichtet, diese Beratung in Anspruch zu nehmen. Für die Pflegestufen I und II mindestens einmal halbjährlich. Für die Pflegestufe III mindestens einmal vierteljährlich.

Seit dem 1.8.99 werden die Kosten für die Begutachtung direkt durch den Pflegedienst mit den Pflegekassen abgerechnet.

Die Pflegeberatung dient zur Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege und der regelmäßigen Hilfestellung der pflegenden Angehörigen.

Die Pflegefachkraft hilft Ihnen

  • einzuschätzen, ob die Pflegestufe noch stimmt
  • bei Bedarf zusätzliche Hilfen in Anspruch zu nehmen
  • festzustellen, ob der zu Pflegende noch zusätzliche Pflegeleistungen benötigt
  • mit der Beratung über Pflegehilfsmittel, die Ihnen die Pflege erleichtern
  • mit Informationen zu den Möglichkeiten einer Wohnungsanpassung

Sie erhalten eine Bescheinigung, die das Ergebnis der Pflegeberatung enthält. Diese Bescheinigung leitet der Pflegedienst an die Pflegekasse weiter. Die Informationen unterliegen der Schweigepflicht.

Sollten Sie die Beratung oder den Bericht ablehnen, kann Ihnen die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder entziehen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, rechtzeitig die Beratungsgespräche bei Ihrem Pflegedienst anzufordern.

Verhinderungspflege: Pflege bei Verhinderung oder Ersatzpflege

Wenn die bisherige Pflegeperson z.B. wegen Krankheit oder eines Erholungsurlaubs die Pflege vorübergehend nicht ausüben kann, treten die Pflegekassen mit der sogenannten „Verhinderungspflege" (Ersatzpflege) ein. So wird es dem Pflegebedürftigen ermöglicht, auch während dieser Zeit in seiner gewohnten häuslichen Umgebung zu bleiben. Voraussetzung für einen Leistungsanspruch ist, dass die bisherige Pflegeperson den Versicherten schon mindestens 6 Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Diese Wartezeit, die so genannte Vorpflegezeit, wurde im Rahmen der Pflegereform 2008 verkürzt, vorher lag sie bei 12 Monaten. Sie können also schneller eine Auszeit nehmen und sich erholen.

Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für eine Ersatzkraft für längstens 4 Wochen und bis zu einem Betrag von maximal 1.550,00 Euro.

Wird die Ersatzpflege von einer Pflegeperson erbracht, die nicht erwerbsmäßig pflegt, ist die Leistung auf den Betrag des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe begrenzt; zusätzlich werden entstandene Aufwendungen (z.B. Fahrkosten oder Verdienstausfall) übernommen, jedoch zusammen mit der Leistung in Höhe des Pflegegeldes nur bis zum Höchstbetrag von 1.550,00 Euro.

Anstelle einer Ersatzpflege im häuslichen Bereich kann auch eine dafür geeignete Einrichtung in Anspruch genommen werden; für die Erstattung der pflegebedingten Aufwendungen (ohne Unterkunft und Verpflegung) gilt ebenfalls der genannte Höchstbetrag sowie die zeitliche Begrenzung von 4 Wochen.

Behandlungspflege

Siehe „Unsere Leistungen“